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Chronik Getränke Handwerk
Angefangen hat alles nur wenige hundert Meter vom alten Firmengelände in der Vogelsang Straße in Blankenheimerdorf. Im ehemaligen Bahnhof der Gemeinde, der zwar heute noch steht, jedoch wie so viele Gebäude seiner Art längst als Wohnhaus dienst. Hier führten einst die Gleise der so genannten Ahr-Strecke vorbei, und hier verkaufte Heinrich Handwerk schon vor dem ersten Weltkrieg Getränke an durstige Reisende. Als 27 jähriger wagte er am 13.12.1913 mit seiner ersten Biergroßhandlung den Sprung in die Selbstständigkeit.



Als die Bierverleger noch Kutscher waren: Heinrich Handwerk (links) mit seiner Tochter Rosa an der Hand in der Frühzeit seiner Biergroßhandlung.

1923 musste der junge Unternehmer umdisponieren. Grund: Französische Truppen, die damals das Rheinland besetzt hielten, kappten die Handelsverbindung zu den östlich des Flusses gelegenen Gebieten. Von dort aber stammte das Königsbacher Bier, das Heinrich Handwerk bis dato in seiner linksrheinischen Heimat vertrieben hatte. So machte sich der Blankenheimer auf die Suche nach Ersatz - und wurde gleichsam vor der eigenen Haustür fündig: in Bitburg, genauer gesagt bei der Bitburger Brauerei Th. Simon. Was einst eher notgedrungen begann, entwickelte sich alsbald zu einer bis heute engen und vertrauensvollen Geschäftsverbindung. Dank Heinrich Handwerks kaufmännischem Geschick und seines großen Organisationstalents wuchs das Unternehmen kontinuierlich. Schon bald zählten Weineund Spirituosen zum Sortiment. Selbst Limonade wurde in Eigenregie hergestellt.


Als die Räder wieder liefen: Heinrich Handwerk (2.v.li.) und Dr. Hans Simon stehen aus Anlass von "30 Jahre Bier aus Bitburg" vor einem eigens geschmückten LKW.

Auch die Schicksalsschläge durch den II. Weltkrieg konnten den rastlosen und mittlerweile 60jährigen Unternehmen nicht davon abhalten, seinen Betrieb ein drittes Mal anzukurbeln. Erneut führte ihn sein Weg nach Bitburg -wie die Chronik der Brauerei berichtet, stand er 1949 als ältester und gleichzeitig erster Bierverleger wieder am Tor seiner alten Geschäftsfreunde. Es gab zwar zunächst nur Dünnbier, aber die Stammkundschaft hielt Heinrich Handwerk die Treue. 1957 kam es zur Gründung der Heinrich Handwerk OHG Tochter Rose wurde als Mitinhaberin in die Geschäftsleitung berufen. Gleichzeitig bestellte der Unternehmensgründer seinen langjährigen Mitarbeiter Johann Friederichs (genannt "Klubbe") zum Geschäftsführer. Unter Friederichs Leitung wuchsen Kundenstamm, Sortiment, Mitarbeiter und Fuhrpark. Zuletzt führte, nach dem wohlverdienten Ruhestand von Johann Friederich im Jahre 1985, Manfred Baden die Geschäfte der Biergroßhandlung bevor das Unternehmen im Jahre 2000 durch die Bitburger Bier GmbH Köln zu 100 % übernommen wurde.